Hermann Heinrich Oetken wird am 9. März 1859 als achtes Kind von Tönjes Hinrich Oetken und Beeke Margarete Oetken auf dem heutigen Hof von Hartmut und Renate Schmerdtmann in Altmoorhausen geboren. Er ist der jüngere Bruder von Johann Oetken, Johann Diedrich Oetken, Claus Hinrich Oetken, Elise Margarete Oetken, Tönjes Hinrich Oetken und Anna Sophie Henrike Horst und der ältere Bruder von Mathilde Gesine Oetken und Hermann Heinrich Oetken. Eine weitere, im Dezember 1855 geborene Schwester lebt nur einen Tag und bleibt deshalb namenlos.
Am Tag von Hermann Heinrichs Geburt macht die Armee von Sardinien-Piemont mobil – ein weiteres Mosaiksteinchen in der Strategie, den Nachbarn Österreich in einen Krieg zu verwickeln. Das kleine Königreich kann es wagen, die europäische Großmacht zu provozieren, weil es sich der Unterstützung Frankreichs sicher ist. Bereits im Juli 1858 hat Sardiniens Ministerpräsident Camillo Benso von Cavour mit dem französischen Kaiser Napoleon III. im Kurort Plombières-les-Bains einen Geheimvertrag geschlossen: Frankreich wird Sardinien im Falle eines österreichischen Angriffs militärisch beistehen und soll als Gegenleistung die Gebiete Savoyen und Nizza erhalten.
Die Provokation zeigt Wirkung. Österreich versucht durch rasches Losschlagen einen militärischen Vorsprung zu gewinnen. Am 23. April 1859 überreichen zwei Abgesandte von Kaiser Franz Josef I. in Turin ein Ultimatum: Sardinien habe sich binnen drei Tagen zu entwaffnen, andernfalls werde Österreich angreifen. Als die Antwort ablehnend ausfällt, marschieren österreichische Truppen am 29. April in Piemont ein. Damit macht sich Österreich zum Aggressor und steht ohne Unterstützung anderer europäischer Großmächte da. Es folgt eine Reihe militärischer Niederlagen: Am 4. Juni unterliegen die Österreicher in der Schlacht bei Magenta gegen die verbündeten französisch-sardinischen Truppen. Der entscheidende Schlag erfolgt am 24. Juni 1859 in der Schlacht von Solferino südlich des Gardasees. Nach erbitterten Kämpfen müssen sich die kaiserlichen Truppen zurückziehen. Im Frieden von Zürich tritt Österreich im November 1859 die Lombardei an Napoleon III. ab, der sie an Sardinien weitergibt.
Hermann Heinrich erlebt in Altmoorhausen zwar noch das Ende des Krieges, nicht aber die daraus resultierende Gründung des Königreichs Italien im März 1861. Er stirbt am 8. Januar 1861 – laut Kirchenbuch-Eintrag der Gemeinde Hude an einer auf Tuberkulose hindeutenden „Brustkrankheit“ – und wird acht Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude beerdigt.