Heinrich Friedrich Bernhard Quitsch – Biographie

Heinrich Friedrich Bernhard Quitsch wird am 2. November 1931 als fünftes Kind von Karl Ernst Quitsch und Anna Quitsch auf dem elterlichen Hof in Altmoorhausen (heutiger Eigentümer: Gerno Wiechmann) geboren. Er ist der jüngere Bruder von Wilhelm Quitsch, Erwin Quitsch, Elfriede Beerens und Anni Albers und der ältere Bruder von Otto Quitsch und Karl-Heinz Quitsch.

Am Tag von Heinrich Friedrich Bernhards Geburt fordert der im Jahr zuvor aus der DNVP ausgetretene Reichstags-Abgeordnete Wilhelm Mönke die Reichsregierung auf, die im Rahmen der Osthilfe zugesagten Maßnahmen zu beschleunigen. Seinen Angaben zufolge warten in Ostpreußen aufgrund des komplizierten Bewilligungsverfahrens Tausende von Bauern seit Monaten vergeblich auf Kredite. Daraufhin ordnet Reichspräsident Paul von Hindenburg am 5. November 1931 an, für das Projekt einen Kanzler Heinrich Brüning direkt unterstellten Reichskommissar einzusetzen. Ein Amt, das vom 7. November an der pommersche Großgrundbesitzer Hans Schlange-Schöningen von der 1928 gegründeten Landvolk-Partei wahrnimmt.

Die Osthilfe war 1926 eingeführt worden, um die Folgen der sich nach der 1919 erzwungenen Abtrennung Ostpreußens vom Rest des Reiches massiv beschleunigenden Landflucht für die Provinz abzumildern. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise dehnt das Kabinett Brüning I die Förderung Ende März 1931 auf die gesamte ostelbische Landwirtschaft aus – was einen Wust von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und Erlassen nach sich zieht und zu Missbrauch förmlich einlädt. Erste Vorwürfe in diese Richtung machen schon im Juni 1931 die Runde. Dabei geht es auch um Unterstützung für den Großgrundbesitzer Elard von Oldenburg-Januschau, der zum engen Freundeskreis Hindenburgs gehört.

Tatsächlich kommt 1932 ans Licht, dass an Oldenburg-Januschau wohl zu Unrecht Fördergelder in Höhe von mehr als 600.000 Reichsmark gezahlt worden sind und dass Hindenburg bei der 1927 von Oldenburg-Januschau initiierten Rückschenkung des ursprünglich seiner Familie gehören Rittergutes Neudeck dank eines zwar legalen, aber für ein Staatsoberhaupt höchst anrüchigen Steuertrick keine Erbschaftsteuer gezahlt hat. Ein Skandal, mit dessen Hilfe die Nationalsozialisten den Druck auf Hindenburg erhöhen, sich nicht länger einer Ernennung ihres Führers Adolf Hitler zum Reichskanzler zu widersetzen.

Die Ernennung Hitlers zum Kanzler am 30. Januar 1933 und das damit verbundene Ende der Weimarer Republik erlebt Heinrich Friedrich Bernhard in Altmoorhausen nicht mehr mit: Er stirbt bereits am 25. Dezember 1931, laut Kirchenbuch infolge einer Erkältung. Beerdigt ist er vier Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude.