Meta Gesine Lange – Biographie

Meta Gesine Lange wird am 2. Oktober 1871 als zweites Kind von Anton Hinrich Lange und Gesine Margarete Lange auf dem elterlichen Hof in Altmoorhausen (heute: Dietrich und Irmgard Schmidt) geboren. Sie ist die jüngere Schwester von Johanne Mathilde Diederike Lange und die ältere Schwester von Hinrich August Lange.

Eine Woche nach Meta Gesines Geburt zerstört eine Brandkatastrophe große Teile der Innenstadt von Chicago. Die US-Metropole am Michigan-See – zwischen 1830 und 1870 von einer eher unbedeutenden Handelsstation zu einer Großstadt mit knapp 300.000 Einwohnern gewachsen – hat einen ungewöhnlich heißen Sommer hinter sich: Seit Anfang Juli 1871 sind gerade einmal drei Zentimeter Regen gefallen. Angesichts der weitgehend aus Holzkonstruktionen bestehenden Bausubstanz eine latente Gefahr, die die örtliche Feuerwehr nahezu permanent in Alarmbereitschaft hält. So auch am 7. Oktober, als ein erster kräftezehrender Einsatz die Löschwasser-Vorräte bedrohlich zur Neige gehen lässt.

Das ist jedoch erst der Auftakt. Am Abend des 8. Oktober bricht auf dem Grundstück des im Westteil der Stadt ansässigen Ehepaares Patrick und Catherine O’Leary ein weiteres Feuer aus. Starke Winde aus Richtung Südwest treiben die Flammen rasch in Richtung Stadtmitte. Durch Funkenflug geraten danach auch Gebäude auf der Ostseite des Chicago River in Brand. Das Inferno wütet den ganzen folgenden Tag. Abhilfe schafft erst ein starker Regen, der am Vormittag des 10. Oktober einsetzt. Am Ende sind acht Quadratkilometer Wohnfläche verwüstet, zwischen 200 und 300 Menschen verlieren ihr Leben und rund 100.000 Einwohner ihr Zuhause.

Zur gleichen Zeit tobt rund 250 Meilen weiter nördlich der Feuersturm von Peshtigo und vernichtet neben der namensgebenden Siedlung elf weitere Ortschaften. Der bislang verheerendste Waldbrand der US-Geschichte fordert mindestens 1.200 Todesopfer, manche Quellen sprechen gar von bis zu 2.500 Toten. Angesichts der Ereignisse von Chicago nimmt davon aber außerhalb der Region kaum jemand Notiz.

Ähnliches gilt für jene Tragödie, die sich knapp ein Jahr später in Meta Gesines Heimatdorf abspielt. Als im Herbst 1872 eine in Altmoorhausen und im benachbarten Hemmelsberg grassierende Ruhr-Epidemie innerhalb weniger Wochen insgesamt 18 Kinder unter zehn Jahren das Leben kostet, berichten darüber nicht einmal die „Nachrichten für Stadt und Land“ im nahegelegenen Oldenburg. Eines dieser 18 Kinder ist Meta Gesine: Sie stirbt am 13. Oktober 1872 und wird vier Tage später auf dem Friedhof der St.-Elisabeth-Kirche in Hude beerdigt.